Ein Anker für dich

Kennst du das, wenn du mit einem unguten Gefühl im Bauch zum Hundespaziergang aufbrichst, weil du zum Beispiel denkst „Heute begegnet uns bestimmt wieder Frau Meier mit ihrem Yorkie, der uns immer ankläfft und auf den Milow immer so extrem reagiert“?

Ein Teil der Gegenstrategie kann darin bestehen, nicht nur an das Training deines Hundes zu denken, sondern auch mal an dich selbst, denn dein innerer Zustand und deine Sorgen bleiben deinem Hund auf keinen Fall verborgen!

Mache dir das Konzept des „Ankers“ aus der Psychologie zunutze: Ein Anker ist nichts anderes als ein klassisch konditionierter Reiz, so wie der Click oder das Lobwort für deinen Hund. Eine Geste, eine Berührung oder eine Bewegung, die davor neutral war, bekommt eine emotionale Bedeutung, indem wir sie mit einem Gefühl koppeln. Da der Ursprung von Gefühlen wie Angst, Panik oder Hilflosigkeit sehr oft in einer klassischen Konditionierung zu finden ist, ist es der aussichtsreichste Weg, diese auf derselben Ebene zu verändern. Und so geht’s:

  • Erinnere dich an eine Situation, in der du in einer richtig guten Verfassung warst (Erfolg hattest, glücklich warst, dich stark fühltest).
  • Notiere sie als Schlagwort auf einem kleinen Zettel. Markiere einen Platz im Raum, indem du den Zettel dorthin legst. Schau diesen Platz an. Tu so, als könntest du dein früheres Ich in dieser Situation an diesem Platz vor dir sehen. Beschreibe die Situation und was dein jüngeres Ich tut von außen.
  • Stelle dich nun auf den markierten Platz und gehe gedanklich in die Situation hinein, bis du ganz in diesem wunderbaren Moment angekommen bist. Beschreibe, was du jetzt siehst, hörst, schmeckst und wie sich das anfühlt.
  • Wenn du ganz und gar in dem guten Gefühl angekommen bist, lege deine Hand an die Stelle deines Körpers, wo du es am stärksten spürst oder wähle eine Geste, die deine momentane Stärke symbolisiert (Ein Victory-Zeichen? Ein nach oben gereckter Daumen?). Das nennt man ankern oder einen Anker setzen.

Wenn du magst, kannst du zusätzlich auch ein bestimmtes Codewort benutzen („Ja!“, „Kraft“, „Ruhe“ oder was immer). Wichtig: Dein Anker sollte so beschaffen sein, dass du ihn auch unauffällig auslösen kannst und auf jeden Fall eine Hand für die Leine frei hast.

Mehr dazu du viele konkrete Übungen für deine innere Stärke findest du in Elisabeth Beck: Psycho-Kiste für Hundehalter - So trainieren Sie Ihre innere Stärke


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