Dein Hund ignoriert dich nicht, um dich zu ärgern
Verhalten ist Kommunikation. Die Frage ist nicht, ob dein Hund will, sondern was er gerade braucht.

Wenn dein Hund ein Signal nicht ausführt, ist er nicht automatisch stur.
Vielleicht ist die Ablenkung gerade zu groß. Vielleicht fühlt er sich unwohl. Vielleicht hat er Angst. Oder sein Stresslevel ist einfach zu hoch.
Statt Hunde als „stur“ zu bezeichnen, könnten wir sie als nachdenklich, durchhaltend oder einfach als Hunde sehen, die einen guten Grund für ihr Verhalten haben.
- Hunde machen oft nicht mit, weil sie überfordert sind, zu viele Reize verarbeiten müssen oder mehr Zeit zum Beobachten brauchen.
- Wenn ein Hund eine Übung verweigert, können die Gründe sein, dass die Aufgabe zu schwer, zu langweilig oder die Belohnung nicht attraktiv genug ist.
Je öfter wir aufhören, Verhalten persönlich zu nehmen, desto besser können wir verstehen, was unser Hund uns eigentlich sagen möchte.
Die Frage ist also nicht: „Warum hört er nicht?“
Sondern: „Warum fällt es ihm gerade schwer?“
Statt „Sturheit“ als Ungehorsam zu interpretieren, sollte man hinterfragen, was den Hund gerade davon abhält mitzumachen und was man ändern könnte:
- Wie könnte ich das Training mit meinem Hund noch heute aufpeppen?
- Gibt es Belohnungen, die den Bedürfnissen meines Hundes entsprechen und die ich noch einbauen könnte?
- Könnte ich Futterbelohnungen variieren?
- Gibt es Zwischenschritte, die ich zum besseren Verständnis noch einbauen könnte?
- An welchen Orten, zu welchen Zeiten und wie lange übe ich?
- In welchen Momenten bringt mich mein Hund zum Lachen und kann ich die irgendwie ins Training einbauen?
Gerade Letzteres gibt einer langweiligen Übungseinheit nochmal einen neuen Kick.
Und da unsere Hunde Meister im Lesen unserer Körpersprache (und damit unserer Emotionen) sind, wirkt sich ein fröhlicher Mensch auch immer auf die Motivation und Offenheit des Hundes aus.
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