5 Tipps für den Umgang mit Hunden – Katja Krauß

Tipp 1:
Fühle deinen Hund. Berühre deinen Hund nicht nur nebenbei, sondern bewusst und achtsam, etwa mit einem Tellington-TTouch® oder dem Tellington-Noahs-Marsch. So kannst du wahrnehmen, ob sein Körper weich oder angespannt ist, ob er die Berührung genießt und ob sich kleine Veränderungen zeigen. Mit der Zeit lernst du deinen Hund dadurch besser kennen und kannst ihn besonders in schwierigen oder unruhigen Situationen gezielter unterstützen. Deine Hände werden so zu einem wertvollen Werkzeug für mehr Verständnis, Wohlbefinden und eine intensivere Beziehung.
Tipp 2:
Beobachte deinen Hund und fotografiere ihn. Beobachte deinen Hund aufmerksam in unterschiedlichen Situationen und achte dabei auf seine Körpersprache. Fotos können besonders hilfreich sein, weil sie einen einzelnen Moment festhalten und kleine Signale wie Ohrenstellung, Blick, Körperspannung oder Gewichtsverlagerung sichtbar machen. Fotografiere deinen Hund deshalb regelmäßig beim Spaziergang, Spielen, Warten oder im Kontakt mit anderen Hunden und Menschen. So lernst du immer besser zu erkennen, wann er entspannt, unsicher oder angespannt ist und kannst früher auf seine Bedürfnisse reagieren.
Tipp 3:
Bitte deinen Hund. Wenn du möchtest, dass dein Hund etwas tut, bitte ihn darum, statt es einfach von ihm zu verlangen. Eine echte Bitte ist konkret und positiv formuliert und lässt auch ein „Nein“ zu, hinter dem häufig ein wichtiges Bedürfnis wie Unsicherheit, Müdigkeit oder Unwohlsein steckt. Nimm dieses Nein als Einladung zum Dialog und suche nach einer Lösung, die möglichst die Bedürfnisse von euch beiden berücksichtigt. Wenn dein Hund freiwillig „Ja“ sagen kann, stärkt das eure Zusammenarbeit und eure Beziehung.
Tipp 4:
Wenn es um Sicherheit geht: Schützende Anwendung von Macht. Bei unmittelbarer Gefahr darf und musst du eingreifen, auch wenn dein Hund in diesem Moment nicht zustimmen würde. Entscheidend ist, dass dein Ziel der Schutz und nicht die Bestrafung ist – etwa wenn du deinen Hund von einer Straße zurückhältst oder eine notwendige medizinische Behandlung ermöglichen musst. Durch Vertrauen, positive Erfahrungen und vorausschauendes Training kannst du viele schwierige Situationen vorbereiten und deinem Hund helfen, sie besser zu bewältigen. Schützende Macht sollte deshalb eine absolute Ausnahme bleiben und nur eingesetzt werden, wenn es tatsächlich um unmittelbare Sicherheit geht.
Tipp 5:
Sag „Ja“ – Probleme gibt es nicht. Versuche im Zusammenleben mit deinem Hund häufiger „Ja“ statt „Nein“ zu sagen und seine Wünsche und Bedürfnisse als Ausgangspunkt für gemeinsame Lösungen zu betrachten. Richte deine Aufmerksamkeit weniger darauf, was dein Hund nicht tun soll, sondern darauf, welches Verhalten du dir stattdessen wünschst und fördern kannst. Mit Kreativität, Geduld und Training werden vermeintliche Probleme so zu Aufgaben und Herausforderungen, die ihr gemeinsam lösen könnt. Konzentriere dich dabei auch bewusst auf das, was bereits gut funktioniert, denn deine Aufmerksamkeit bestimmt, wofür du deine Energie einsetzt.
Katja Krauß
Hundetrainerin, Tellington TT-Touch® Instruktorin, (Co-)-Autorin von „Emotionen bei Hunden sehen lernen“ und „Suchen Finden Zeigen“
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