Hilfe, mein Welpe zwickt in Arme und Beine!

06. Februar 2026 | Verhalten - Training - Beschäftigung

Die gute Nachricht vorab: Das ist normales Welpenverhalten und nicht irgendwie unnormal – aber natürlich muss es schnell unterbunden werden. Welpen untereinander spielen deftig: Da wird in Ohren und Beine gezwickt und man ist nicht zimperlich. Erst, wenn er die Zähne so heftig einsetzt, dass der Spielpartner aufjault und das Spiel beendet, lernt der Kleine, dass es jetzt gerade zuviel war: Er lernt die sogenannte Beißhemmung. Dem Menschen gegenüber muss das wieder neu gelernt werden – und insbesondere Kinder werden gern eher als gleichwertige Spielpartner anstatt als Respektsperson betrachtet und werden schnell Opfer der zwickenden Zähnchen. Dann ist ein erwachsener Schiedsrichter gefragt, der die Situation regelt. Das Kind selbst sollte dies nicht tun, denn das wäre in etwa so, als würde ein Zwölfjähriger einem anderen Zwölfjährigen sagen, dass er seine Bude aufräumen soll.
Was also tun wir als Eltern in der Situation? Ganz einfach: Das Spiel beenden. Der Lernmoment für den Hund soll sein. Wenn du dich so benimmst, ist das schöne Spiel vorbei. Außerdem kann und soll das Kind ruhig übertrieben laut AUA! schreien, und zwar idealerweise schon dann, bevor die Zähne schon richtig wehtun – also schon dann, wenn sie nur die Haut berühren. Der Welpe erschrickt und lernt: „Oh, Menschen sind aber echt empfindlich!“
Hilfreich ist auch, die eigenen Hände (oder die der Kinder) aus dem Spiel mit dem Welpen herauszuhalten. Ein langes Zergel zum Beispiel hilft, den Abstand zwischen Hand und Hundezähnen zu vergrößern.
Übrigens sind auch flatternde Hosenbeine und Röcke eine große Verlockung für Welpen, ihnen nachzujagen und danach zu schnappen. Enger anliegende Kleidung kann helfen.
Und last but not least: Viele unangenehme Zwick-Situationen, wenn es zu viel des Guten war und der kleine Hund schlicht überdreht. Achte daher immer auf Spielpausen und kleine Auszeiten, bevor es zu wild wird. Nach einem Rennspiel zum Beispiel wäre ein anschließendes Zerrspiel oder der Versuch, dem Hund „Sitz“ beizubringen, eine schlechte Idee: Er ist gerade hochgefahren und die Chance auf Unsinnmachen ist hoch. Eine kleine Auszeit mit einem Kauspielzeug wäre jetzt die bessere Alternative.
Schimpfen und Strafen bewirken das Gegenteil: Sie schaukeln die Situation weiter hoch.


Zusammenfassung aus: Jana Rätke, Warum macht der das? Der Welpen-Dolmetscher

 


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